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Geistlicher Impuls - Archiv

Zum aktuellen geistlichen Impuls

Zu ausgewählten Predigten aus der Erlöserkirche.

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Impuls vom Januar 2012
„Bloß keine Schwäche zeigen!“ Dieser Grundsatz wird uns schon von klein auf beigebracht. Ich soll mich vielmehr immer den Herausforderungen stellen, die mir begegnen und nicht davonlaufen. Ich soll mich nicht scheuen, mit anderen zu konkurrieren. Wenn ich dann einmal unterliege, dann ist das nicht so schlimm – schließlich kann nach gängiger Vorstellung immer nur einer gewinnen. Aber eines, eines darf ich mir auf keinen Fall erlauben: Schwäche zeigen.

Und wie ist das unter Christen? Im 2. Korintherbrief des Apostels Paulus findet sich der Satz: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (12,9) Das, so schreibt es Paulus den Korinthern, habe er selbst als Zuspruch Jesu Christi empfangen. Dieser Satz ist als Jahreslosung für 2012 ausgewählt worden.
Paulus hört diesen Zuspruch in einer Lage, in der er selber schwach war und wegen seiner Schwäche persönlich angegriffen wurde. Sein Auftreten als Apostel in Korinth wurde kritisiert: Wie kann einer, der krank und schwach ist, überzeugend von Gottes Macht und Stärke predigen? So fragten ihn seine Gegner.
Die Lösung dieser Krise eröffnete sich für Paulus auf überraschende Weise. Sie lag nicht darin, dass Paulus bald wieder zu alter Stärke zurückfand und damit seine Gegner Lügen strafte. Sondern er erfuhr, dass das Verhältnis von Stärke und Schwäche im Lichte des Glaubens geradezu auf den Kopf gestellt werden muss.
Schwäche ist kein Mangelzustand, den man durch Kraftzufuhr wieder in Stärke verwandeln muss. Sondern Schwäche ist das, was uns dem Wesen nach als Menschen ausmacht. Wir werden schwach geboren: Säuglinge können nicht allein überleben, sondern brauchen Zuwendung und Pflege. Wir bleiben schwach, denn unser Leben ist verletzlich und zerbrechlich, auch dann, wenn wir uns ganz stark fühlen. Schwachsein gehört genauso zum Leben wie stark sein.

Ausgerechnet da, wo wir schwach sind, will Gott mit uns zu tun haben. Gottes Kraft kommt da zum Zuge, wo wir selber nicht stark genug sind, um unser Leben oder eine bedrückende Lage zu ändern. Denn Gott hat sich selber schwach gemacht. Ausgerechnet am Kreuz Jesu zeigt er sich uns. Menschen, in denen die Kraft Gottes wirkt, sind Menschen, die zugeben können, wenn sie schwach sind, ohne damit ihre Würde zu verlieren. Weil solche Schwäche aufgehoben ist in der Kraft Gottes, die uns umfängt und hält.
Darum dürfen wir auf Gottes Kraft vertrauen – auch und gerade da, wo wir schwach sind.
Pastorin Verena Miehe
 
Impuls vom November 2011:
Allein. Mutterseelenallein. Ja, so fühlt man sich manchmal. Wenn alles um einen herum zusammenzubrechen scheint. Wenn das ganze Leben in Trümmern daliegt und man dringend jemanden brauchte - dann stellt sich gern das Gefühl ein: Ich bin allein, ganz allein, mutterseelenallein.

Oft genug ist es ja nur das eigene Empfinden. Meine Situation kann mich blind machen dafür, dass genug da sind, die mir helfen würden. Manchmal stimmt es aber auch. Es ist wirklich keiner für mich da.

Im Glauben gibt es das auch, das Gefühl: Jetzt bin ich allein. Kein Gott ist da, der mich hört und der mir hilft. Dazu gibt es im Buch des Propheten Jesaja ein großartiges Versprechen Gottes: "Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln." (Jesaja 54,7)

Gott spricht hier wie eine Mutter oder ein Vater, die für einen Moment ihr Kind aus den Augen lassen. Manchmal geht das bekanntlich schlecht aus, und ein Unglück geschieht. Doch dem kleinen Augenblick des Unbehütetseins steht die große Barmherzigkeit gegenüber. Gott lässt keinen für immer allein. Sondern er ist mit großer Barmherzigkeit darauf bedacht, dass wir als seine Kinder vor ihm leben können.

Impuls vom August 2011:
Die Sommerferien gehen zu Ende – und damit auch die Zeit der Sandburgen. Haben Sie auch schon einmal am Strand gesessen und gebuddelt und geformt? Kinder sind davon meistens begeistert – und die Erwachsenen oft genauso.
 
Im Sand gelingen die großartigsten Konstruktionen. Aber von Dauer sind sie nicht. Wenn die Flut kommt oder der Wind, dann sind sie ebenso schnell wieder zerstört.
 
Aus der Bibel kommt die Redensart, dass einer sein Haus „auf Sand baut“. Das steht für ein Fundament, das nichts trägt, weil es selbst instabil ist. Jesus benutzt das Bild vom Haus, das auf Sand gebaut ist, nach dem Matthäusevangelium (Mt 7,24-27), um uns die Lebensfrage zu stellen: Worauf bauen wir eigentlich in unserem Leben? Was trägt uns? Finden wir da auch in Krisenzeiten Halt?
 
Jesus verspricht uns: Der Glaube an Gott, so wie er ihn uns verkündigt, kann so einen Halt geben. Weil Gott uns zusagt, dass er uns hält und trägt, auch da, wo alles in unserem Leben ins Rutschen kommt und weggespült wird.
 
 
Impuls vom Juni 2011

Konfirmation - wie lange ist das bei Ihnen her? Erinnern Sie sich noch an die Pfarrerin oder den Pfarrer? In unserer Gemeinde wurden 2011 insgesamt 33 Jugendliche konfirmiert. Das Wort Konfirmation kommt vom lateinischen Verb confirmare: "bekräftigen, bestätigen". Wer sich konfirmieren lässt, bekräftigt damit das Taufversprechen, das die Eltern einst gegeben haben. Die Konfirmierten sind jetzt selbst verantwortlich, wenn es um ihr Leben vor Gott geht.

Die Konfirmation hat aber noch eine zweite Seite: Den Konfirmierten gegenüber bekräftigt Gott das Versprechen, das er bei jeder Taufe gibt: "Ich bin bei dir. Ich begleite dich, wohin du auch gehst." Und mit diesem Segen können die Jugendlichen ihren weiteren Lebensweg gehen - auch wenn der sie zunächst vielleicht von Kirche und Gemeinde wegführt.

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Impuls vom April 2011:

"...und alsbald krähte der Hahn..." (Matthäus 26,74). Der Hahn steht in der Passionszeit für Versagen und Schuld. Ausgerechnet der wichtigste Jünger, Petrus, lässt Jesus im Stich - entgegen allen Treueschwüren, die er vorher geleistet hatte. Dass dies in den Evangelien steht, zeigt, dass hier eben kein Heldenepos erzählt wird.

Wir werden daran erinnert, dass es ganz schnell gehen kann, und schon hat man die eigenen Überzeugungen verraten oder lässt einen Menschen im Stich, der einem viel bedeutet.

Doch wir werden mit diesen belastenden Erfahrungen nicht allein gelassen. Denn in den Evangelien wird auch erzählt, dass der Auferstandene sich dem Petrus zeigt und ihm vergibt. Es gibt Wege aus der Schuld und dem Versagen - freilich nur dann, wenn ich vorher ehrlich genug war, die Schuld auch einzugestehen - vor mir und anderen.

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Impuls vom Februar 2011
"Was bin ich?" So fragte vor vielen Jahren einmal ein beliebtes Quiz im Fernsehen. Berufe wurden vorgestellt, oft solche, von denen man noch nie gehört hatte.

Spannender ist allerdings die Frage "Wer bin ich?" Oft stelle ich sie mir selbst. Denn wer ich bin, wofür ich stehe, was für einen Sinn mein Dasein hat - das wird immer wieder in Frage gestellt.

Manchmal sage ich vielleicht im Zorn: "Wer bin ich denn, dass ich mir das jetzt bieten lasse?" Eltern reagieren so auf ihre Kinder, oder auch Beschäfigte auf Kollegen oder den Chef.

Manchmal ist es eine Krise, die mich neu nach mir selbst fragen lässt. Dann nämlich, wenn alles, was mir bisher wichtig war, zerbricht.

In der Bibel gibt es eine überraschende Antwort auf die Frage "Wer bin ich?" Als Mose, der Anführer Israels, sie Gott stellt, weil er an seinen Aufgaben verzweifelt, antwortet Gott ihm: "Ich bin mit dir." (2. Mose 3,12)

Wer bin ich? Ich bin ein Mensch, dem diese Zusage Gottes gilt: Ich bin mit dir. Wichtiger als alles andere ist dies, dass Gott mit mir ist, dass er zu mir steht und mich begleitet.
 

Impuls vom Dezember 2010

Durch Jesus kommt Licht in die Welt. Gottes Liebe setzt sich durch und durchdringt die Finsternis. Uns wird gesagt: "Ihr dürft im Licht leben, denn ihr gehört an Gottes Seite. Das Dunkle, Lebensbedrohliche hat keine Macht über euch."
 
Kein Wunder, dass wir uns die Geburt Christi als großes Leuchten zur tiefsten Nacht vorstellen, selbst wenn die historischen Umstände der Geburt Jesu unbekannt sind. Einen Abglanz davon haben wir jedes Jahr mit dem Christbaum in unseren Häusern stehen: Kerzen, Kugeln, die das Licht vervielfachen und brechen, und Sterne. Und wenn wir davor stehen, dann hoffen wir, selber licht zu werden.
 
Wie das geht? Die Kerzen sind dafür ein gutes Bild: Eine Kerze entzündet sich nicht selbst, sondern braucht den Funken, der von woanders kommt. Das Licht einer Kerze ist klein und empfindlich. Beim kleinsten Windhauch fängt es an zu flackern und droht zu erlöschen. Trotzdem reicht eine Kerze aus, um einen völlig dunklen Raum zu erhellen - wenigstens soweit, dass wir uns darin zurechtfinden und bewegen können.
 
So wie die Kerze sind auch wir: Wir müssen von außen angefeuert und begeistert werden, um uns für eine Sache richtig einzusetzen - besonders für die Sache, um die es Jesus geht: die Sache der Menschen, denen es schlecht geht. Wir sind dabei empfindlich, geraten beim kleinsten Gegenwind ins Flackern, lassen uns aus dem Konzept bringen.Und dennoch: Oft reicht es aus, wenn eine oder einer anfängt, das Richtige zu tun. Dann wird plötzlich ein Weg klar, der bislang im Dunkeln lag. Alle anderen müssen dann nur noch mitmachen, bis ein wahres Lichtermeer daraus wird. Solch ein Licht bringen selbst die längsten Lichterketten nicht zustande.

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Impuls vom November 2010

Der November ist für viele ein schwerer Monat. Zum oft scheußlichen Wetter treten die Erinnerungen an Trauer und Abschied. Gräber werden besucht, manche Träne vergossen. Meistens wischen wir sie schnell ab, die Tränen, die uns einfach kommen. Keiner soll sie sehen. In einem Psalm hingegen bittet der Beter Gott: „Sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.“ (Psalm 56,9)

 
Das ist eine seltsame Vorstellung. Wir sammeln eher das, was wir Gutes vorweisen können: Fotos, Erinnerungsstücke, Urkunden. All diese Dinge sind ein Stück unseres Lebens.
 

Doch genauso sind unsere Tränen Teile unseres Lebens. Sie erzählen von den anderen Seiten, von Wut und Enttäuschung und Schmerz.Gott sammelt unsere Tränen. Wir sind ihm so wichtig, dass er sie zählt. Wir sind nicht allein gelassen. Seine Liebe umschließt uns ganz: unser Lachen und Weinen.

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Impuls vom Oktober 2010

Einmal im Jahr werden wir durchs Kirchenjahr ans Danken erinnert. Das Erntedankfest, das bei uns Anfang Oktober gefeiert wird, dreht sich ums Danke sagen. Wer sich ohnehin mit dem Bedanken schwer tut, mag das nun als besondere Zumutung empfinden: sich nicht nur bei Menschen, sondern auch noch bei Gott zu bedanken. Wofür eigentlich?

Hier sind die Lieder unseres Gesangbuchs eine große Hilfe. Lassen wir uns von Paul Gerhardt, dem wir wiederum einige der wichtigsten Lieder verdanken, einmal anschaulich zeigen, wie Dank an Gott aussehen kann.

1. Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.

3. Was sind wir doch? Was haben wir
auf dieser ganzen Erd,
das uns, o Vater, nicht von dir
allein gegeben werd?

4. Wer hat das schöne Himmelszelt
hoch über uns gesetzt?
Wer ist es, der uns unser Feld
mit Tau und Regen netzt?

5. Wer wärmet uns in Kält und Frost?
Wer schützt uns vor dem Wind?
Wer macht es, dass man Öl und Most
zu seinen Zeiten find't?

7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir,
du, du musst alles tun,
du hältst die Wach an unsrer Tür
und lässt uns sicher ruhn.

Paul Gerhardt findet in jeder Strophe einen neuen Grund zum Danken. Manchmal sind das Dinge, die wir haben oder sehen können. Manchmal Erlebnisse, die wir machen. Manchmal auch ein Vertrauen, womit uns das Leben leichter wird. Die Grunderkenntnis, die ihn dabei leitet: Alles, was wir auf dieser Welt vorfinden, ist Geschenk Gottes an uns. Nichts ist selbstverständlich, weder das Wetter noch die Nahrung noch die Tatsache, dass wir Menschen um uns haben.

Danken im Sinne des Glaubens beginnt mit dieser Wahrnehmung: Nichts ist selbstverständlich, alles ist Geschenk. Alles, was uns umgibt, ist von Gott dazu gedacht, dass wir es gebrauchen und genießen. Keiner hat darauf mehr Anspruch, nur weil er/sie auf der richtigen Seite der Welt wohnt.

Weil aber die Güter zwischen Nord- und Südhalbkugel unserer Erde äußerst ungleich verteilt sind, ist es gut, über dem Danken nicht das Teilen zu vergessen. Seit 20 Jahren geschieht das von Rodenkirchen aus in Richtung Argentinien. Die Kindertagesstätte in Quilmes ist fester Bestandteil unseres gemeindlichen Engagements und eine gute Möglichkeit, den Dank für das, was man selber vielleicht im Übermaß hat und woran man sich erfreut, anderen zuteil werden zu lassen.

Und dass wir auch Erwachsene wenigstens einmal im Jahr erinnert werden „Vergiss nicht, Danke zu sagen!“, das schadet keinem.

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Impuls vom Juni 2010

Jede Kirche ist aus unzähligen Steinen erbaut. Viele assoziieren damit: starr, unbeweglich, eingemauert. Doch die Bibel entwirft dazu ein Gegenbild und sagt: Jede Gemeinde ist ein Haus aus lebendigen Steinen.

Menschen als lebendige Steine. Das ist ein Bild, das mich zum Nachdenken bringt. Es heißt für mich: Wir werden verbaut, eingesetzt, miteinander verbunden. In einer Mauer sind die Steine nicht mehr allein. Jede und jeder hat seinen Platz. Und es ist unwichtig, ob mein Platz oben oder unten ist, an der Seite oder in der Mitte.

Doch wir sind und bleiben dabei lebendig. Keiner wird eingemauert, festzementiert, fixiert an einem Platz, auf eine Rolle festgelegt.

Das ist nun wahrhaftig ein evangelisches Bild von Gemeinde und Kirche. Da ist nämlich nicht triste Einheitlichkeit das Maß aller Dinge, sondern bunte Vielfalt.

Die Hauptsache ist: Die vielen lebendigen Steine füllen die großen Häuser aus toten Steinen. Die Häuser bieten Raum, Raum für Besinnung ebenso wie Raum für Beratung, Raum für Diskussion und Raum für Unterhaltung, Raum für den Glauben und Raum für kritische Fragen. Und wenn sich dann Menschen in ihnen einfinden, sie füllen, sie in Gebrauch nehmen, dann fangen auch die Häuser aus den toten Steinen an zu leben.

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Impuls vom März 2010

vieles im Leben ist eine Frage der Perspektive. Wir kennen alle den berühmten Streit, ob ein Glas nun halbleer oder halbvoll ist. Das ist nicht objektiv zu entscheiden, sondern es kommt auf die Perspektive an, darauf, was ich sehen will.

Ostern heißt: Menschen gewinnen neue Perspektiven. Sie erkennen Gott auch dort am Werk, wo augenscheinlich nur der Tod das Sagen hat. Sie sehen, dass Gott mitten im Tod neues Leben schafft und auf diese Weise seine Verheißungen wahr macht.Aber dies ist kein Erkenntnisgewinn, der auf eigener Entscheidung beruht. Beim halbvollen oder halbleeren Glas kann ich mir die Perspektive selber wählen. An Ostern feiern wir hingegen, dass Gott uns solche neuen Perspektiven schenkt - zum Beispiel in seinem Wort oder in der Begegnung mit Menschen, die uns den Blickwinkel des Glaubens eröffnen, oder in der gemeinsamen Feier des Abendmahls, in dem er bei uns ist.
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Impuls vom Januar 2010

"An der nächsten Kreuzung links abbiegen“ - „Wenn möglich, bitte wenden“ - mittlerweile sind sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, die überaus praktischen Navigationsgeräte. Kaum einer macht sich heute noch ohne Navi auf einen unbekannten Weg.
 
Navis hatten sie nicht, damals vor 2000 Jahren, als die Weisen aus dem Morgenland sich auf den Weg nach Bethlehem machten. Aber sie hatten ihr Fachwissen und ihre Erfahrung. Sie hatten ihre Beobachtungen. Das alles brachte sie dazu, dem berühmten Stern zu folgen.
 
Jede Positionsbestimmung und jede Zieldefinition funktioniert nur, wenn wir den Himmel mit in unsere Berechnungen aufnehmen. In der Seefahrt früher waren es himmlische Sterne und irdische Karten. Bei unserm GPS sind es himmlische Satelliten und irdische Koordinaten. In der biblischen Geschichte von den Weisen sind es ein himmlischer Stern und das Wissen darum, dass der Messias verheißen ist, wie es die heiligen und dennoch irdischen Schriften bezeugen.
 
Unser Koordinatensystem ist ohne den Himmel unvollständig. Es versagt. Die irdischen Daten allein reichen nicht aus. Das gilt nicht nur für unbekannte Strecken. Das gilt fürs ganze Leben, damit wir uns darin zurechtfinden.
 
Vielleicht wünschen wir uns manchmal auch einen Stern für unser Leben. Eine klare Wegweisung, bei der es keinen Zweifel gibt. Wir könnten dann einfacher glauben... Im Kind in der Krippe kreuzen sich die Koordinaten Gottes und von uns Menschen. Der Weihnachtsstern gibt uns Orientierung. Wenn wir ihn im Auge behalten, dann finden wir einen Weg für uns.

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Impuls vom Dezember 2009

Können Sie gut warten? Haben Sie die Geduld, sich an einer langen Schlange anzustellen? Das Warten steht bei uns nicht mehr hoch im Kurs. Das Motto lautet eher: sofort. Mit allen negativen Konsequenzen. Nicht zuletzt das Gefühl, sich Dinge sofort leisten zu müssen, führt Menschen in die Schuldenfalle.

 
In der Adventszeit, die am 29. November begonnen hat, ist hingegen Warten nicht nur angesagt, sondern Programm. Die Adventszeit ist ihrem Wesen nach eine Einübung in die Kunst des Wartens.
 
Adventliches Warten stellt uns die Frage: Seid ihr denn bereit für Weihnachten? Nicht in dem Sinne: Habt ihr alle Geschenke gekauft und die Gans schon vorbestellt? Sondern in dem Sinne: Habt ihr euch innerlich darauf eingestellt, dass an Weihnachten ‚hoher Besuch‘ kommt? Seid ihr wirklich bereit für Gott?
 
Wir sollten in all dem Adventstrubel diese Fragen einmal an uns herankommen lassen. Denn dann erst wissen wir an Heiligabend, was wir da feiern: Dass Gott kommt, dass er in dem Kind in der Krippe unter uns ist, um uns zu Menschen seines Wohlgefallens zu machen.

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Impuls vom November 2009 

 

"Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten" - so beginnt ein bekanntes Gedicht von Rainer Maria Rilke. Es gibt wohl kein besseres Symbol für den Herbst, aber auch für die herbstliche Stimmung, die sich in unseren Gemütern ausbreitet, als die fallenden Blätter. Körper und Seele stellen sich ein auf Kälte und auf Dunkelheit. Kein Wunder, dass die Depressionen zunehmen, und auch die Zahl der Hilfesuchenden an der Tür des Gemeindehauses.
 
Vergänglichkeit gehört zum Menschsein, schärft uns die Bibel en. Denn wir sind eben keine Götter. Aber unsere Zeit, unsere vergehende Zeit, ist umgriffen von Gottes Ewigkeit. Darum hat das Vergehen nicht das letzte Wort. Mit diesem Trost können wir uns dem Herbst mit allen seinen Zeichen für Vergänglichkeit aussetzen, ohne darin unterzugehen.
 
Übrigens hat auch Rilke solchen Trost ausgesprochen. Sein Gedicht endet mit den Worten: "Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält."

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Impuls vom September 2009

In den zurückliegenden Monaten haben in unserer Gemeinde sehr viele Taufen stattgefunden. In der Taufe wird einem Menschen die Zusage weitergegeben, die Jesus seinen Jüngern gemacht hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Matthäus 28,20) Der Täufling wird in Gottes Namen gesegnet und soll selber ein Segen sein. Außerdem ist die Taufe die Aufnahme in die christliche Gemeinde. So weit, so gut.
 
Aber hat die Tatsache, dass Sie getauft sind, in Ihrem Leben schon einmal eine Rolle gespielt? Oder ist Taufe eben doch nur ein Datum, eine Zahl im Lebenslauf? Vielleicht ist es darum für Erwachsene gut, sich manchmal an ihre Taufe zu erinnern. Zurückzublicken und zu fragen: Wo in meinem Lebensweg hat dieses Datum Spuren hinterlassen? Oder auch nach vorn zu blicken: Wie kann ich in Zukunft das, was in der Taufe angelegt ist, weiter entfalten?
 

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Impuls vom Juli 2009

Einmal die Seele baumeln lassen - wer träumt nicht davon! Aber gelingt es auch? Hand aufs Herz: Wie sieht das bei Ihnen im Urlaub aus? Gibt es da überhaupt eine Zeit am Tag, die nicht gefüllt ist mit Essen und Trinken, dem Surf- oder Tauchkurs, der Besichtigung der wichtigsten kulturellen Orte in der Umgebung, nicht zu vergessen den täglichen Email-Check und SMS an Freunde?
Die Erfahrung, dass Zeit lang wird, dass Stille endlos scheint - da baumelt die Seele. Und wird vielleicht empfänglich für die Kleinigkeiten, für die sonst nie Zeit da ist. Und auch für Gott ... Wer weiß. Einfach mal ausprobieren.

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Impuls vom März 2009

"Wo bist du?" Ich höre die Frage, und sie tut gut. Da interessiert sich einer für mich. Ich antworte gern: "Hier bin ich!.

"Wo bist du?" Ich höre die Frage und ducke mich weg. Da will einer was von mir. Da hat einer Erwartungen und Ansprüche. Und Arbeit. Jetzt bloß nicht auffallen. Besser nicht antworten. Und abwarten ...

Wir werden ständig gefragt: "Wo bist du?" Nicht nur von anderen, auch von Gott. Denn Gott sieht in uns sein Gegenüber. Er will, dass wir antworten - und uns auch der Verantwortung stellen, die uns als Menschen auferlegt ist.

Verantwortung für die Mitmenschen. Verantwortung für die Mitgeschöpfe. Verantwortung für die Welt.

Zu viel Verantwortung? Besser ist es, sie zu teilen. Mit anderen zu überlegen: Wer ist für was verantwortlich. Was aber gar nicht geht: Verantwortung ablehnen. So tun, als gäbe es sie nicht. Das geschieht in Köln und anderswo schon zu oft.

 

 

Geistlicher Impuls

Nachbarn - welche Erfahrungen haben Sie mit denen? Sind Ihre Nachbarn Menschen, auf die Sie sich verlassen können, oder eher Störenfriede und Quelle ständigen Ärgers? mehr...