Kirchbauverein
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Ein Kirchenzentrum für viele Aufgaben und Anlässe
Es liegt fürwahr nicht an Stätten noch Gebäuden, wo wir zusammenkommen, sagt Martin Luther und er bringt seine These mit aller Drastik auf den Punkt, unser Gebet könnten wir auch unter einem Strohdach oder in einem Saustall üben. Der Ort ist nicht entscheidend für Gebet oder Gottesdienst. Wer will Luther da widersprechen? Das Gebäude macht sicher nicht die Kirche, schrieb einmal der frühere Kölner Stadtsuperintendent Ernst Fey.
Aber dennoch: Die Funktionen des kirchlichen Lebens bestimmen die Sakralbauten. Ein vielfältiges Gemeinde-leben braucht ein multifunktionales, intaktes Gemeindezentrum. Eine moderne Gemeinde mit vielen Aufgaben und Funktionen kann ohne ein dafür ausgelegtes, nach innen und außen ausgebautes Zentrum nicht bestehen. Sie benötigt angemessene Gebäude, einen besonderen Ort für die unterschiedlichsten Aufgaben, Funktionen und Anlässe – einen Ort, der weithin in seiner Umgebung wahrgenommen wird, einen Ort, der als sichtbares Zeichen unseres Glaubens verstanden wird. Für die Kirche ist es lebenswichtig, sagt der Theologe Fulbert Steffensky, sich präsent und sichtbar darzustellen.
Unsere Erlöserkirche mit ihrem Gemeindezentrum muss ein klarer Markierungspunkt mit hohem Bekanntheitsgrad und hoher Akzeptanz in Rodenkirchen sein. Sie ist ein Ort mitten im gewöhnlichen Alltag und doch hebt sie sich aus dem Alltag heraus. Vielen Funktionen und Anforderungen muss sie gerecht werden: Sie ist gastlicher Ort der Verkündigung, des Gebets, der Sammlung, des Innehaltens, des Redens, Hörens, Lernens und Diskutierens, des gemeinsamen Begegnens und Feierns, Ort der Repräsentation und des öffentlichen Bewusstseins, dann Stätte für Kinder, Treffpunkt der Jugend und Familie, Raum für Senioren, Platz für Kirchenmusik, Konzerte, Ort der Gemeindefeste, Zentrum gemeindlicher Diakonie.
Ein Projekt der Zukunftssicherung: Sanierung und Umbau des Gemeindehauses
Diese vielfältigen, komplexen Aufgaben und Anlässe brauchen angemessene, repräsentative, würdige, aber genauso intakte, funktionsgerechte und modernen Standards entsprechende Bauwerke. Die Gebäude sollen einladen und nicht abweisen. Sie sollen und müssen in ihrer Funktionalität wie in ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für die nächsten Generationen erhalten werden. Denn sie sind die Heimstatt, der unverzichtbare Rahmen für die Zusammengehörigkeit einer lebendigen Gemeinde.
Aber an der Solidität der Bausubstanz, am Erhaltungszustand wie auch der Nutzungstüchtigkeit des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses waren um die Jahrtausendwende erhebliche Zweifel aufgekommen. Im Gemeindehaus stank es (wegen desolater Sanitäranlagen) mehr als in dem Saustall, von dem Martin Luther so anschaulich spricht. Es musste dringend etwas geschehen. Das Ernst-Moritz-Arndt-Haus war bereits 1935 eingeweiht worden und hatte im Krieg Schaden genommen. Es war danach wieder instandgesetzt und jeweils im Bedarfsfall repariert worden, aber eine durchgreifende Sanierung hatte nie stattgefunden. Wasser- und Elektroinstallationen, Heizung und Wärmedämmung, Toilettenanlagen – all dies war in bedenklicher Verfassung. Ein Sanierungs- und Umbaukonzept wie auch seine Finanzierbarkeit wurden diskutiert. Es gilt, für kommende, für die Kirche sicher nicht einfache Zeiten, den Komplex in einen baulich guten und für die Gemeindearbeit universell nutzbaren Zustand zu bringen, beschrieb der damalige Kirchbaumeister Christhart Albrecht die Herausforderung. Aber ihm war bei dem Umfang der Baumaßnahmen klar: Ohne weiteres ist die Finanzierung eines Projektes von solchem Umfang nicht gegeben. An einem wesentlichen Teil der Finanzierungskosten wird sich zwar der Stadtkirchenverband beteiligen, aber den größten Teil der der Gesamtkosten wird die Kirchengemeinde aufzubringen haben. Aus ihren Etatmitteln kann sie nur einen weiteren kleinen Teil beitragen. Damit muss ein großer Teil der Mittel durch Spenden, einen Kirchbauverein oder Stiftungsaufkommen aufgebracht werden.
Ohne Kirchbauverein geht es nicht
Unbedingt gefordert war die Eigeninitiative der Gemeinde. Ein Kirchbauverein erscheint als das beste Instrument, um die finanziellen Herausforderungen zu meistern. Auf einer Gemeindeversammlung am 23. Februar 2003 wird er vorgestellt. Die beiden Pfarrer Landgrebe und Miehe werben für das Mitdenken, die Mithilfe und die eventuelle Vereinsmitgliedschaft der Menschen in der Gemeinde. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. 2. 03 beschließt der frisch gegründete Kirchbauverein der Evangelischen Kirchengemeinde Rodenkirchen (KBV) eine Satzung und wählt einen Vorstand mit dem Gründungsvorsitzenden Dr. Wilhelm Lindhorst an der Spitze, der sein Amt bis Ende 2008 innehat.
KBV – Zweck und Aufgaben
Wie Zweck und Wirkungsfeld des Kirchbauvereins als veritablen Fördervereins der Gemeinde festgelegt sind, beschreibt die Satzung in ihrem § 2: Der KBV hat den Zweck, die Einrichtung und Ausgestaltung der Erlöserkirche und des Gemeindezentrums zu fördern. Der Verein bringt Mittel für diesen Zweck auf und stellt sie der Evangelischen Kirchengemeinde Rodenkirchen zur Verfügung. [. . .] Der Satzungszweck wird insbesondere dadurch erfüllt, daß Mittel für Bau-, Einrichtungs- und Ausstattungsmaßnahmen aufgebracht und der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt werden. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. – Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. [. . .]
Die Mittel, die der KBV bereitstellt, kommen aus den Beiträgen seiner Mitglieder oder aus Spenden. Das heißt: Je mehr Mitglieder der Verein hat, desto besser kann er seinen Zweck erfüllen, desto bessere Gebäude – ansprechend und funktional – kann die Gemeinde für die unterschiedlichsten Nutzungen bereit halten. Das gemeinschaftliche Engagement des Fördervereins kommt der Gemeinde unmittelbar und deutlich sichtbar zugute. Es ist ganz erstaunlich, was an baulichen Maßnahmen – auch durch die Zuwendungen des Kirchbauvereins – in den letzten Jahren angepackt werden konnte. Viele Ziele wurden schon erreicht. Aber dringend notwendige Sanierungen und Umbauten warten noch.
Nur ein Euro pro Monat – und der Bau geht weiter
Die finanzielle Belastung der Mitglieder ist klein, aber sie bewirkt Großes. Mit einem Euro pro Monat sind Sie schon dabei und können im Verein mit den anderen Mitgliedern viel Gutes für Kirche und Gemeindehaus tun. Für Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausbildung macht die Mitgliedschaft nur 50 Cent pro Monat aus. Und Mitglied kann jede Person (gleich welcher Rechtsform) werden, besagt die Satzung (§ 4).
Der KBV braucht noch viele Mitglieder. Vielleicht zählen Sie ja auch bald dazu. Fühlen Sie sich angesprochen. Denn es geht um die Zukunft Ihrer Kirche, Ihres Gemeindehauses. Zur Beitrittserklärung kommen Sie ganz einfach. Sie ist nur einen Klick entfernt.
Aktuelle Fragen - der KBV steht Rede und Antwort
Warum überhaupt ein KBV? Kommt das Geld für Sanierungsmaßnahmen nicht von der Evangelischen Kirche im Rheinland oder vom Stadtkirchenverband Köln? Ich bezahle doch auch dafür meine Kirchensteuer?
Natürlich kommt der größte Teil des Geldes „von oben“. Ohne diese Mittel wären keine Sanierung und kein Umbau möglich. Aber die Mittel reichen nicht aus. Bei weitem nicht. Die Gemeinde muss neue Wege finden, Finanzierungslücken zu schließen. Schon heute lässt sich längst nicht mehr jedes Projekt über Kirchensteuer finanzieren. In Zukunft wird das noch viel eklatanter werden. Der Spardruck und gesellschaftliche Umbrüche werden große Herausforderungen für uns sein. Wir werden uns umstellen müssen, wenn wir als Gemeinde weiter gut bestehen wollen. Aber es liegt an uns, was aus unserer Zukunft wird. Also nicht resignieren, nicht alles von anderen erwarten, sondern selbst die Zukunft wagen. Konkrete und intelligente Lösungen müssen her. Der KBV ist so eine Eigeninitiative, die Probleme gemeinsam, solidarisch und selbstbewusst anzugehen.
Für was steht der KBV?
Nun, ganz einfach: Der KBV ist ein Verein zur Förderung von Selbsthilfe in unserer Gemeinde. Wir wollen ja nicht Abbruch, sondern Aufbruch. Wir wollen nicht Ausverkauf, sondern Zukunftsinvestition. Der KBV hat einen klar definierten Zweck. Die hoffentlich immer mehr steigenden Mittel, die er einwirbt, gehen direkt und zweckgebunden an die Gemeinde. Sie fließen unmittelbar in die längst überfälligen Baumaßnahmen. Jedes KBV-Mitglied hat die Gewissheit: Mein kleiner Beitrag bringt vielfache, gut sichtbare und sehr nützliche Frucht.
Hat der KBV inzwischen genügend Mitglieder?
Ein klares Nein! Das ist ein kritischer Punkt bei allem Positiven. Der KBV blüht noch zu sehr im Verborgenen. So richtig Fahrt aufgenommen hat er noch nicht. Er hat zwar zur Finanzierung der 1. Bauphase des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses schon einen beachtlichen Beitrag geleistet. Aber er könnte noch viel mehr tun, wenn er mehr Mitglieder hätte. Über 3000 Menschen gehören zur Evangelischen Gemeinde Rodenkirchen. Nur 50 Mitglieder hat der Verein. Da fehlt noch die Balance. Die gute Sache muss Kreise ziehen. Wir brauchen mehr Zusammengehörigkeit, mehr Resonanz. Es ist unser Anliegen, noch viel mehr Menschen hier am Rheinbogen anzusprechen und für den Verein zu gewinnen. Es wäre doch hervorragend, wenn sie erkennen: Mein Engagement zur Förderung und Selbsthilfe kommt auch mir, meiner Familie, meinen Kindern voll zugute. Mehr Mitglieder – und der Verein hätte ein ganz anderes Gewicht. Er könnte wesentlich effektiver helfen. Er könnte viel stärkere Impulse geben.
Wie sieht die Altersstruktur der KBV-Mitglieder im Moment aus?
Engagiert haben sich zunächst einmal Menschen der älteren Generation. Sie haben erkannt: Wir müssen selbst etwas tun, sonst können wir unser Gemeindehaus nicht erhalten. Also, unsere Zielvorstellung: Verjüngung des Vereins. Ganz wichtig wäre, wenn nun junge Erwachsene und die Generation der 40/50jährigen hinzukämen. Sie profitieren doch am meisten von der neuen und sehr guten Infrastruktur, und sie werden immer mehr die Verantwortung für den Ausbau und den Erhalt des Gemeindezentrums übernehmen müssen. Sie sind es doch, die die Familienangebote nutzen. Ihre Kinder gehen in den Kindergarten oder sind im Konfirmationsunterrichtsunterricht. Es gibt den Treff der Jugendlichen. Das wäre ja alles so nicht möglich, wenn nicht dafür die entsprechenden Raum-Angebote vorhanden wären. Da müssen Wir-Gefühl und Eigeninitiative sich noch stärker profilieren. In Gemeinschaft agieren – das bringt etwas. Nur auf sich blicken hilft nicht weiter. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft anpacken.
Hat der KBV nicht seinen Auftrag erfüllt, wenn die Umbau- und Sanierungsphase beendet ist?
Nein, keineswegs. Erst einmal müssen noch über 36 000 € zusammenkommen, damit die aktuelle Bauphase finanziert ist. Aber es geht weiter. An der Kirche zeigen sich gravierende Baumängel, die dringend behoben werden müssen. Sanierung, Renovierung, Erhaltung, dann die Optimierung der Nutzungsmöglichkeiten werden zur unausweichlichen Daueraufgabe. Und die Gemeinde wird mehr und mehr in der Pflicht stehen, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen. Denn die Kirchensteuer-Finanzierung wird künftig deutlich geringer ausfallen. Auf die neuen Herausforderungen heißt es sich rechtzeitig einzustellen. Da müssen sich alle angesprochen fühlen.
Was kann ich jetzt tun, um die wichtigen Ziele des KBV zu unterstützen?
Ganz einfach! Der schnellste Weg: Jetzt Mitglied werden anklicken, das Beitrittsformular ausfüllen und absenden. Sie sind herzlich willkommen! Wenn Sie eine Spende überweisen wollen, dann gehen Sie einfach auf Spendenkonto, um die Bankverbindung des KBV zu erfahren. So oder so: Sie fördern eine sehr wichtige Sache. Und das Schöne ist: Als KBV-Mitglieder tun wir uns selbst etwas richtig Gutes.
